Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Aschbach
Die Menschen von heute sehen den Einsatz von freiwilligen Helfern bei Katastrophen, Bränden, Hochwasser oder Unfällen als eine Selbstverständlichkeit an. Man hat sich daran gewöhnt, dass sich die Feuerwehr automatisch bei den verschiedensten Anlässen einfindet, um das Hab und Gut und oft auch das Leben der Mitbürger zu schützen, unter persönlichem Einsatz, der manchmal auch das Leben der Feuerwehrleute in Gefahr bringt oder sogar das Leben fordert.
In dieser Festschrift soll besonders an die Leute gedacht werden, die ihren Dienst in uneigennütziger Weise zum Wohle des Nächsten in den Vordergrund stellen. Diese Einsatzbereitschaft zeugt von einer ethischen Verpflichtung der Wehrleute, die keinen Dank wollen. Für sie ist diese Bereitschaft eine selbstlose Hingabe und persönliche Aufgabe.
Die Chronik soll auch den jungen Wehrleuten vor Auge führen, wie bereits ihre Urgroßväter im Dienste der Allgemeinheit standen und sich helfend bei Katastrophen, Bränden und Hochwasser einsetzten.
Was wären die Menschen ohne die Kraft des Feuers, das ihnen in gebändigter Form so dienlich ist. Alle Kulturvölker der Erde haben diesen Wert erkannt und geschätzt. Als Beispiel sollen nur die Funde aus der Römerzeit in der Stadt Lebach aufgeführt werden. In den rund um "Höchsten" (454 m) aufgefundenen Resten von römischen Gebäuden aus dem 2. bis 3. Jahrhundert nach Chr. konnten einwandfrei Heizanlagen festgestellt werden. Bereits im alten Rom wurden Brandvorschriften erlassen, da diese Stadt öfters mit der zerstörenden Kraft des Feuers konfrontiert wurde. Zum Feuerschutz wurden Tag und Nacht Wachen eingeteilt, die die Aufgabe hatten, Feuersbrünste zu melden. Im Mittelalter bildeten sich bei Bränden Nachbarschaftshilfen. Es waren meist Handwerker, die mit entsprechenden Hilfsgeräten den Kampf gegen das Feuer aufnahmen. Auf den Türmen der Städte befanden sich Wächter, die mit Glockengeläut ausbrechendes Feuer meldeten. Zum selben Zweck wurden auch Nachtwächter eingesetzt, die stündlich ihr "Bewahr das Feuer und das Licht, dass kein Brand ausbricht" ausriefen.
Die Bekämpfung von Bränden war bei uns in Aschbach durch die Ansiedlung der Vorfahren an der Theel und der Aschbach wegen der günstigen Nähe des Wassers erleichtert. Jedoch waren die Anwesen durchweg landwirtschaftlicher Art und mit Stroh gedeckt. Man kann sich vorstellen, was nach einem Brand von diesen Fachwerkbauten übrig blieb. Die größte Brandkatastrophe in Aschbach ist im Jahre 1631 zu verzeichnen, als das Dorf von durchziehenden Kroaten in Brand gesteckt wurde. Die Rech'sche Chronik spricht von acht Brandstellen.
Nach dem Buch von A. Holzmann aus dem Jahre 1807 wurden in den Orten "Feuerfolgen" gegründet. Dies war die 'Verbindlichkeit eines Einwohners, sich zur Löschung einer Feuersbrunst, die durch einen Feuerlärm (Glockenschlag oder Trommelschlag) angezeigt wurde, einzufinden'. Zur Löschung der Brunst wurden kleine Gefäße, sogenannte Feuereimer, Feuerleitern und Brandhaken benutzt. Die erlassene Feuerordnung war damals eine 'obrigkeitliche Ordnung in Rücksicht auf die Anstalten bei Feuersbrünsten, die ein großes Feuer sind, das Häuser und Wälder verzehrt'. Soweit eine Feuerordnung vor 170 Jahren.
Löschpumpe


An Hand der noch gut erhaltenen manuellen Wasserlöschpumpe aus dem Jahre 1867 kann der Beweis erbracht werden, dass Aschbach bereits zu diesem Zeitraum eine organisierte Feuerwehr besaß. Auf welcher Basis sie beruhte kann leider nicht mehr nachgewiesen werden. Etwas Licht in das Dunkel bringt die Feuer-Polizei-Verordnung (30.11.1906) für die Rheinprovinz, zu der auch Aschbach damals gehörte. Diese Verordnung war für die vielen Pflichtfeuerwehren, die damals besonders in den kleinen Gemeinden tätig waren, bestimmt.
§ 3 der Verordnung besagt, dass jeder männliche Einwohner vom vollendeten 18. bis zum vollendeten 50. Lebensjahr zur Pflichtfeuerwehr verpflichtet ist. Jedes Mitglied musste mindestens 5 Jahre eine ihm zugeteilte Führerstelle in der Wehr übernehmen. Nach § 7 waren die Mitglieder verpflichtet, bei Übungen sowie im Brandfall, wenn tunlich, die festgesetzten äußeren Abzeichen zu tragen, die sie als Mitglieder der Pflichtfeuerwehr kenntlich machten.
Nach dieser Verordnung, die hier nur gekürzt aufgeführt wird, gliedert sich die Pflichtfeuerwehr in die Ordnungsabteilung, die Rettungsabteilung, die Spritzenabteilung und die Wasserabteilung. Durch Paragraphen waren die Aufgaben der verschiedenen Abteilungen festgelegt. Die Zuteilung eines Mitgliedes zu einer Abteilung der Pflichtfeuerwehr erfolgte durch die Polizeiverwaltung des jeweiligen Amtsbezirkes. Nach § 10 waren die Mitglieder während Übungen oder im Ernstfall zum Gehorsam verpflichtet. Zur Ausbildung fanden jährlich drei regelmäßige und eine unvermutete Übungen statt. Die Leitung hatte der Bürgermeister oder ein Brandmeister. Die Übungen sollten so gelegt werden, dass die Mitglieder nicht gehindert waren, ihrer Berufstätigkeit nachzugehen. Im Brandfalle wurde die Wehr auf ortsübliche Weise alarmiert.
Neben den Bränden innerhalb der Gemeinde waren die Wehrleute auch verpflichtet, bei Brandfällen in den Nachbarorten oder bei Wald- und Heidebränden helfend einzugreifen. Bei der Nachbarschaftshilfe gab es jedoch innerhalb der einzelnen Wehren bis zum Jahre 1908 Probleme. In einem Bericht der Amtsbürgermeisterei Eppelborn vom 25.06.1908 sind verschiedene Schlauchweiten aufgezeigt. Um diesen verschiedenen Schlauchweiten entgegenzutreten, wurde vom damaligen Landrat des Kreises Ottweiler, Freiherr von Lahr, eine einheitliche Schlauchkupplung empfohlen. Es war die sogenannte "Hänig'sche Schlauchkupplung", die auch dann eingeführt wurde.
Die militärisch anmutende Verordnung kommt in § 18 (zu den Pflichten im Brandfalle) in besonderer Strenge zum Ausdruck. Dieser soll hier ungekürzt wiedergegeben werden: 'Das Mitbringen, das Holen und der Genuss geistiger Getränke ist allen Mitgliedern der Pflichtfeuerwehr sowohl bei Übungen wie beim Feuerlöschdienst auf das strengste verboten. Im Brandfalle werden die nächstgelegenen Wirtschaften durch den Bürgermeister sofort geschlossen. Auch wird das sonstige Abgeben oder Feilhaltung geistiger Getränke in einem Umkreis von 500 m Metern von der Brandstelle untersagt.'
Die Pflichten Dritter im Brandfalle wurden in den §§ 21 bis 26 dargestellt. Die Gestellung von Pferdegespannen zum Transport der Spritze wurde in Aschbach noch lange praktiziert. In den Strafbestimmungen waren Personen, welche wissentlich falschen Feuerlärm erregen, mit einer Geldstrafe bis zu 60 RM oder mit einer Haft bestraft.
Mittlerweile hatten sich im Kreis Ottweiler, zu dem Aschbach von 1814 bis 1974 gehörte, mehrere Freiwillige Feuerwehren gebildet. Aus dieser Tatsache heraus wurde der Kreisfeuerwehrverband Ottweiler ins Leben gerufen. Die Satzungen des Verbandes wurden am 27.06.1909 anlässlich des Kreisfeuerwehrtages in Eppelborn von den Delegierten aufgestellt. Die Satzungen wurden am 20.02.1910 herausgegeben, vom Regierungsbezirk Trier genehmigt und vom Vorsitzenden des Feuerwehrverbandes der Rheinprovinz, Herrn Dietzler aus Düren, gutgeheißen. Als Mitglied zum Verband konnte jede Freiwillige Feuerwehr bzw. Pflichtfeuerwehr des Kreises, sofern die Mannschaften vollständig uniformiert waren, aufgenommen werden. Zutritt zum Verband hatten ferner die Berufsfeuerwehren des Kreises. Hauptzweck des Verbandes, zu dem auch die Aschbacher Wehr gehörte, war die Förderung des Feuerlösch- und Rettungswesens überhaupt, sowie insbesondere die Ausbreitung des freiwilligen Feuerwehrwesens im Kreis.
Die Regelung und Einübung der nachbarlichen Feuerlöschhilfe sollte nach Maßgabe der betreffenden Kreis- oder Bezirksverordnung durchgeführt und die einheitliche Ausbildung der Feuerwehrführer und Mannschaften angestrebt werden. Die Satzung forderte ferner die Beschaffung von einheitlichen Geräten, Uniformen und Ausrüstungsstücken. Die Festlichkeiten sollten eingeschränkt werden. Zur Bestreitung der Verwaltungskosten mussten die dem Verband angehörenden Wehren Jahresbeiträge, die nach der Höhe der Mitgliederzahl gestaffelt waren, entrichten.
Laut der Verfassung bestand der Vorstand des Verbandes aus dem jeweiligen Landrat des Kreises als Ehrenvorsitzender, aus dem gewählten Vorsitzenden und seinem Stellvertreter, aus dem Kreisbrandmeister, aus den Bürgermeistern und den Brandmeistern des Verbandes nebst den Schrift- und Kassenführern. Der alljährlich stattfindende Kreisfeuerwehrtag sollte nur an einem Sonn- oder Feiertag durchgeführt werden. Zwecks Ausrichtung wurden Ortschaften mit Freiwilligen Feuerwehren bevorzugt. Innerhalb des Kreisverbandes durfte jährlich nur ein Feuerwehrfest unter Beteilung anderer Wehren durchgeführt werden.
Nach Ende des Ersten Weltkrieges war die Pflichtfeuerwehr in Aschbach auf rund ein Dutzend Mitglieder zusammengeschrumpft. Da außerdem einige Mitglieder in einem auswärtigen Arbeitsverhältnis standen, war der Feuerschutz für den Ort nicht mehr gewährleistet. Das Amt Eppelborn sowie die Gemeinde waren deshalb im Jahre 1919 an einer Freiwilligen Feuerwehr interessiert. Die Gründung verzögerte sich jedoch bis zum Jahre 1927. Es ist gewissermaßen eine Fügung, dass sich in der damaligen schweren Nachkriegszeit in Aschbach Männer zusammenfanden, um unter dem Leitwort "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" einen freiwilligen Dienst am Nächsten zu praktizieren. Dem Aufruf des Amtes und der Gemeinde folgte eine für den rund 900 Einwohner zählenden Ort relativ große Anzahl von Männern aller Berufsstände. Folgende Männer fanden sich 1927 im Gasthaus Paulus zu der Gründungsversammlung ein, um eine für die Gemeinde dringend notwendige Einrichtung zu schaffen:
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Bohlen Heinrich Bohlen Peter Breyer Nikolaus Holzer Bernhard Kirsch Peter Klein Gerhard Klein Heinrich Klein Josef |
Klein Lorenz Mink Eduard Müller Peter Nilles Franz Paulus Martin Schäfer Alois Schäfer Johann Scherer Nikolaus |
Schirra Friedrich Schirra Gregor Schöner Jakob MFEMFE Ludwig Woll Anton Zimmer Franz Zimmer Jakob
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Einige Mitbegründer, welche die Wehr im Gründungsjahr verließen, sind nicht aufgeführt. Das Gerippe dieser Freiwilligen Feuerwehr stellten die Mitglieder der bisherigen Pflichtfeuerwehr. So war es für die Neulinge nicht schwer, sich in diesen verantwortungsvollen Dienst einzuarbeiten. Brandmeister der Wehr wurde Ludwig MFEMFE. Diesem oblag es, die Wehr neu aufzubauen. Die alte Spritze und der Gerätehandkarren bildeten die Grundlage für die Feuerbekämpfung. Die Wehr wurde mit neuen Uniformen ausgestattet. Auch wurde das Schlauchmaterial ergänzt. Bei dem im Herbst 1929 im Gasthaus Paulus ausgebrochenen Brand hatten die Wehrleute ihre erste größere Bewährungsprobe zu bestehen. Eine lange Menschenkette war notwendig, um das Wasser per Eimer vom Theelbach zur Pumpe zu schaffen.
Im Jahre 1930 wurde in den Theeltalgemeinden die Wasserleitung gebaut und ein umfangreiches Hydrantennetz sorgte auch in Aschbach für eine bessere Feuerbekämpfung. Die Gemeinde schaffte sofort die Hydrantenstöcke für die Wehr an. Zur Sicherheit wurde bei der Brandbekämpfung noch die alte Spritze mitgeführt, da es besonders in den Sommermonaten oft einen Wasserdruckrückgang gab. Jedenfalls war die Löscharbeit besser und intensiver geworden, die Wehr war praktisch nicht mehr auf die Hilfe der Bürgerschaft angewiesen.
Im Jahre 1932 übernahm Peter Kirsch das Amt des Wehrführers. In diesem Zeitraum ist der Brand des landwirtschaftlichen Anwesens von Matthias Pesch in der Nacht vom 05. auf den 06.09.1934 zu verzeichnen. Nach dem Anschluss des Saargebietes an das Deutsche Reich 01.03.1935 bekam die Wehr neue Uniformen, die sich von den bisherigen in einigen Bereichen unterschieden. Weggefallen war der Schutzhelm mit Spitze. Die NS-Regierung hatte mit Wirkung vom 26.06.1935 das Luftschutzgesetz geschaffen und koordinierte damit im Hinblick auf einen eventuellen Krieg den Luft- und Feuerschutz. Der Zweite Weltkrieg brachte Bombenangriffe auf Städte und Dörfer, die wahre Brandkatastrophen hervorriefen. Die Luftschutzpolizei und die Feuerwehrleute standen diesem Inferno machtlos gegenüber. Unzählige Wehrleute kehrten von ihren Einsätzen nicht mehr zurück.
Im Jahre 1940 wurde Franz Nilles Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Aschbach. Nachfolger von Wehrführer Nilles, der im Mai 1942 starb, wurde Martin Paulus. 1948 übernahm Peter Altmeyer, der bereits mehrere Jahre Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Thalexweiler gewesen war, das Amt des Wehrführers.
In dieser Nachkriegszeit bemühte sich die Wehr um den Bau eines Feuerwehrgerätehauses und um die Anschaffung eines Löschfahrzeuges. Seit der Gründung der Wehr befanden sich die alten Löschgeräte (Spritze, Gerätekarren, Schläuche und Hydrantenstöcke mit Zubehör) im alten Volksschulgebäude, das unmittelbar an der Hauptstraße stand. Im Volksmund wurde der Raum "Spritzenhäuschen" genannt. Da im selben Raum auch der Totenwagen untergebracht war, herrschte Platzmangel. Der Gemeinderat von Aschbach unter Bürgermeister Josef Klein erkannte die Notwendigkeit eines Feuerwehrgerätehauses an. Auch der Landrat war derselben Meinung.
Es dauerte jedoch noch eine geraume Zeit, bis konkrete Schritte zur Planung unternommen werden konnten. In Anwesenheit des Eppelborner Amtsvorstehers Gross beschloss die Gemeindevertretung vom außerordentlichen Haushaltsplan des Jahres 1953 (der Gesamthaushalt betrug damals 18.400.000 ffrs) einen großen Teil für den Neubau zur Verfügung zu stellen. Laut Beschluss der Gemeindeväter vom 20.11.1953 sollte das Gerätehaus in unmittelbarer Nähe der alten Schule an der Brühlstraße errichtet werden. In einer besonderen Sitzung wurden die Arbeiten an die Baufirma Braun aus Eppelborn vergeben. Von dieser Firma wurden die Arbeiten Ende des Monats Oktober 1953 begonnen.
Im Jahre 1956 war das Gerätehaus fertiggestellt und die Geräte konnten untergestellt werden. Die Einweihung wurde wegen Erwartung eines modernen Löschfahrzeuges verschoben. Man wollte damit in einer Feierstunde gleich zwei Einweihungen vornehmen.
Mittlerweile war Josef Mink Wehrführer geworden. Er war von 1952 bis 1958 tätig. Neue Uniformen wurden angeschafft und Geräte ergänzt. Eine spürbare Verbesserung brachte die 1958 angeschaffte Motorpumpe, die bis zum Jahre 2001 ihren Dienst tat. Nach der Erkrankung von Josef Mink übernahm der damals erst 23 Jahre alte Edmund Bohlen die Wehr. In seiner Amtszeit wurde dann endlich das lang ersehnte Löschfahrzeug angeschafft. Am 25.10.1959 wurden das Gerätehaus und das Löschfahrzeug LF8 in feierlicher Form eingeweiht. Ein kleiner Festzug, angeführt vom Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Eppelborn, leitete die Festlichkeiten ein.
Im Festzug marschierten auch die Musiker des Musikvereins Orpheus, die heimische Wehr, Ehrengäste, der DRK-Ortsverband Aschbach, das neue LF8 und als Clou des Tages, die alte pferdebespannte Spritze der ehemaligen Pflichtfeuerwehr aus dem Jahre 1867. Viele Schaulustige säumten die Straßen bis zum Gerätehaus, wo der Seelsorger von St. Maternus, H. H. Pastor Wilhelm Götzinger, die Feier mit einer Rede eröffnete. Er betonte, dass die Wehrleute das christliche Leben in den Vordergrund stellen sollten. Nach der Verlesung des Psalms 65 nahm der Geistliche die Einsegnung des Gerätehauses und des LF8 vor. Bürgermeister Klaus Klein sagte in seiner Ansprache, dass für die Aschbacher Wehr mit der Motorisierung eine neue Epoche angebrochen sei. Unter den zahlreichen Ehrengästen waren u. a. Amtsvorsteher Gross aus Eppelborn, der stellvertretenden Kreiswehrführer Spada, Amtswehrführer Resch, die Mitglieder des Gemeinderats und die Alterswehr.
Anschließend fand auf dem Aschbacher Marktplatz eine Alarmübung statt, bei der Brände, durch ein abgestürztes Flugzeug verursacht, angenommen wurden. Ziel der Übung war es, den Bürgern den Unterschied der Brandbekämpfung von früher und heute zu dokumentieren. Die Zuschauer spendeten der Alterswehr mit der noch intakten alten Pumpe für ihr Können respektvollen Beifall. Unter Wehrführer Edmund Bohlen demonstrierten die heimischen Wehrleute eine Brandbekämpfung mit modernen Mitteln. Die Ortsbürger konnten dabei erkennen, dass auf ihre Wehr Verlass ist.
Am 18.10.1961 war der Aschbacher Marktplatz Mittelpunkt der Jahresabschlussübung des Amtes Eppelborn, zu der sich 270 Wehrleute aus 13 Wehren des Amtes einfanden. Die Angriffsübung hieß "Wasser auf lange Wegestrecke". Rund 600 Meter musste das Wasser zu einem angenommenen Brand auf den Hirtenberg gepumpt werden. Kreiswehrführer Wendling und Amtswehrführer Resch äußersten sich zufrieden über das Können der Wehrleute.
Peter Altmeyer, der schon von 1948 bis 1952 die Leitung der Wehr inne hatte, wurde 1963 erneut zum Wehrführer gewählt. Altmeyer strebte an, die schon vorhandene gute Zusammenarbeit mit dem DRK Aschbach zu verbessern.
Eine wertvolle Bereicherung für die Freiwillige Feuerwehr Aschbach war die Übernahme eines Tanklöschfahrzeuges (TLF8) am 07.07.1964. Das Fahrzeug hatte eine Kapazität von 800 Litern. Das Löschfahrzeug war ursprünglich als Luftschutzfahrzeug gedacht. Es wurde bei verschiedenen Einsätzen mit Erfolg eingesetzt.
In der Nacht vom 14. auf den 15.06.1964 hatte die Wehr einen Großeinsatz beim Brand des landwirtschaftlichen Anwesens Hesedenz. Aus dem Jahresbericht von 1966 geht hervor, dass die Wehr 38 aktive Mitglieder hatte und 400 Stunden im Einsatz war. 32 Mann waren im Hochwassereinsatz. Dank der Bezuschussung durch die Gemeinde wurden zwei neue Atemschutzgeräte angeschafft und der Uniformbestand durch Neuanschaffungen vervollständigt. Ferner hatte die Wehr am Kreisfeuerwehrfest in Ottweiler teilgenommen und eine Fahrt nach Steißlingen am Bodensee durchgeführt.
Die Generalversammlung 1967 stand im Zeichen des 40-jährigen Bestehens. Laut Tätigkeitsbericht war die damalige Ausrüstung gut. Eine Motorsäge wurde neu angeschafft. Die Wehr nahm mit 24 Mann an einer Katastrophenübung in Illingen-Hosterhof teil.
Eine Fahrt zur Bundesgartenschau nach Karlsruhe wurde durchgeführt. Im Anschluss daran wurde die Berufsfeuerwehr Karlsruhe besichtigt. Den Abschluss dieser Fahrt bildete ein gemütliches Beisammensein mit den Feuerwehrkameraden der Freiwilligen Feuerwehr Karlsruhe-Bulach. Die damals geschlossene Freundschaft besteht heute noch.
Im Jahre 1967 waren laut Bericht zwei Einsätze und 409 Übungsstunden zu verzeichnen. Im Jahre 1968 wurden 17 neue Schirmmützen angeschafft. Das Durchschnittsalter der Wehr betrug 26,5 Jahre. Wehrführer Peter Altmeyer wies auf die Notwendigkeit eines neuen Atemschutzgerätes hin. 1968 hatte die Wehr nach dem Bericht des damaligen Schriftführers Otwin Schu 38 Mitglieder.
Anfang Oktober 1971 wurde in Anwesenheit von Amtswehrführer Egon Buchholz, den Mitgliedern des Gemeinderats und zahlreichen Zuschauern auf dem Schulhof die Jahresabschlussübung durchgeführt. In Zusammenarbeit mit dem DRK wurde die Bekämpfung eines Zimmerbrandes mit Bergung von Verletzten demonstriert. Anschließend fand auf dem Marktplatz die Bekämpfung eines Autobrandes mit Schaumlöschern statt. Amtswehrführer Buchholz sprach den Wehrleuten und den DRK-Mitgliedern für ihr Können sein Lob aus.
Die Sorge um den Nachwuchs bewog im August 1972 den Vorstand, die bereits längere Zeit geplante Gründung einer Jugendwehr durchzuführen. Die Löschmeister Günter Meyers, Alois MFEMFE und Franz Wagner wurden mit der Betreuung der Jugendwehr, die gleich am Anfang schon 16 Mitglieder im Alter von 12 bis 16 Jahren hatte, beauftragt.
Im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform kam der an der Pforte des Theeltals gelegene Ort Aschbach zur Großgemeinde Lebach. Die bisherigen Wehren der einzelnen ehemaligen Gemeinden wurden in Löschbezirke aufgeteilt, die vom jeweiligen Löschbezirksführer geleitet werden. Der ehemalige Amtswehrführer des Amtes Eppelborn, Egon Buchholz aus dem Ortsteil Steinbach, wurde als Wehrführer der Großgemeinde Lebach bestätigt.
Ab dem 01.07.1976 übernahm Günter Meyers den Löschbezirk Aschbach. Peter Altmeyer, der die Wehr rund 17 Jahre geleitet hatte, kam in den wohlverdienten Ruhestand. Er hatte die Altersgrenze erreicht und wurde in einer Feierstunde besonders geehrt. Wehrführer Egon Buchholz und Löschbezirksführer Günter Meyers hoben seine Verdienste hervor. Zum Dank erhielt der "Altmeyer Pitt" eine Uhr mit dem Bildnis des hl. Florian, dem Schutzpatron der Feuerwehrleute.
Laut Bericht der Jahreshauptversammlung vom 04.09.1976 war die Wehr von Februar bis September 1976 sechsmal im Einsatz. Hierbei wurden 54 Arbeitsstunden geleistet. Ferner wurden noch 180 Stunden Brandwache bei Veranstaltungen und 336 Übungsstunden durchgeführt.
Im Jahre 1977 konnte die Wehr auf ihr 50-jähriges Bestehen zurückblicken. Die Festtage fanden vom 2. bis 4. Juli im Festzelt auf dem Marktplatz statt. Höhepunkt dieses Festes waren der "Große Zapfenstreich" am Samstagabend unter Mitwirkung des Musikvereins Sotzweiler und des Spielsmannszuges der Feuerwehr Eppelborn sowie sonntags der große Festzug. An diesem Festzug nahmen die Wehrkameraden der gesamten Stadt Lebach, der Freiwilligen Feuerwehr Karlsruhe-Bulach, mehrere andere Löschbezirke sowie alle örtlichen Vereine teil.
1977 wurde die Wehr siebenmal alarmiert. Hierbei wurden 65 Arbeitsstunden geleistet. Während 1978 lediglich 28 Arbeitsstunden (bei 5 Einsätzen) anfielen, mussten die Wehrmänner im Jahre 1979 zehnmal zum Einsatz mit insgesamt 304 Arbeitsstunden, wobei der Phantomabsturz am 09.08.1979 in Thalexweiler (119 Arbeitsstunden) besonders erwähnt werden sollte.
"Am 09.08.1979, einem Donnerstagmorgen, stürzte ein F-4 Phantom-II-Jagdbomber des 52. Taktischen Jagdgeschwaders vom Flughafen Spangdahlen/Pfalz, der sich mit anderen Düsenjägern bei einer taktischen Luftkampfübung befand, ab. Während die beiden Besatzungsmitglieder mit dem Fallschirm auf dem Fallschirmübungsgelände in Lebach-Steinbach landeten und leicht verletzt wurden, trudelte der Düsenjäger in Richtung Thalexweiler. Im Bereich der Straße "Zum Eisrech" durchschlug die Phantom eine angebaute Scheune und explodierte wenige Meter dahinter in einem Wiesengelände. Nach dem Aufprall wurden Teile der Maschine in einem Umkreis von mehreren Kilometern verstreut. Bereits am Nachmittag begannen Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks und des Fallschirmjägerbataillons 261 Lebach, die am schwersten beschädigten Häuser vor weiteren Beschädigungen zu sichern ...." (so die Saarbrücker Zeitung vom 10.08.1979)
Am 29.09.1979 wurde Brandmeister Peter Altmeyer in Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste zum Ehrenmitglieder der Freiwilligen Feuerwehr – Löschbezirk Aschbach – ernannt.
Das im Jahr 1956 in unmittelbarer Nähe der alten Schule in der Brühlstraße erbaute Gerätehaus war wegen inzwischen aufgetretener Mängel nicht mehr geeignet, weiterhin Feuerwehrgeräte unterzubringen, ohne dass sie Schaden litten. Ein Neubau wurde immer dringender. Schließlich gab der Stadtrat Lebach dem Drängen der Feuerwehr nach und beschloss, im Rahmen des Neubaus einer Turnhalle ein neues Gerätehaus mit Schulungsraum für Feuerwehr und Rotes Kreuz zu bauen. Die Einweihung, die am 29.02.1980 erfolgte, musste jedoch zunächst ohne die Feuerwehr beginnen, da diese kurz vor Beginn zu einem Einsatz auf den Hirtenberg gerufen wurde. Dieser Einsatz dauerte von 17.22 Uhr bis 18.50 Uhr. An Stelle des Löschbezirksführers Günter Meyers nahm daher der Wehrführer der Stadt Lebach Egon Buchholz den Schlüssel in Empfang.
Im neuen Gerätehaus war es nun möglich, alle Fahrzeuge und Geräte ordnungsgemäß unterzustellen. Auch hatten sich die Voraussetzungen für die Tätigkeit der Wehr sehr verbessert. Für die Unterbringung der Arbeitskleidung fehlten allerdings die entsprechenden Spinde. Diese musste die Wehr in eigener Verantwortung bauen. 11 Einsätze waren im Jahre 1980 zu verzeichnen, wobei allein beim Hochwasser am 16.08.1980 insgesamt 339 Arbeitsstunden anfielen.
Im Jahre 1980 nahm die Wehr u. a. am "Großen Zapfenstreich" teil, der anlässlich des 60-jährigen Bestehens des Sportvereins Aschbach im Juli auf dem Sportplatz stattfand.
1981 fand neben den einzelnen Übungen die Abschlussübung aller Löschbezirke der Stadt Lebach in Aschbach (27.09.1981) statt.
Am 8. und 9. Mai 1982 lud der Löschbezirk Aschbach zu einem "Tag der offenen Tür" ein. Im Rahmen dieses Festes wurde auch der Florianstag gemeinsam mit den Wehrkameraden der gesamten Stadt Lebach begangen.
Sonntags war die Bevölkerung zu einem gemeinsamen Mittagessen eingeladen. Trotz drohender Regenwolken machten viele von dieser Möglichkeit Gebrauch und bekundeten so ihre Verbundenheit zur Feuerwehr.
Im Laufe des Jahres besichtigten die Kinder der Grundschule Aschbach das Feuerwehrgerätehaus. Von den Schülern wurden viele Fragen gestellt, die die anwesenden Feuerwehrleute gerne beantworteten.
Neben den normalen Übungen und zehn Einsätzen nahm die Wehr am 20.02.1983 in Lebach an einem Hallenfußballturnier der Löschbezirke der Stadt Lebach teil. Dieses Turnier wurde einige Jahre durchgeführt. Der Löschbezirk Aschbach war immer mit einer Mannschaft beteiligt.
1983 wurde die Tradition des Maibaumsetzens durch die Feuerwehr wieder aufgenommen, anfangs von der Feuerwehr allein, später zusammen mit der Vereinsgemeinschaft Aschbach. Seit dem Jahre 2000 wird der Maibaum wieder von der Feuerwehr allein aufgestellt, und zwar vor dem Gerätehaus mit anschließendem Hexentanz und gemütlichem Beisammensein. Umrahmt wird das Ganze durch musikalische Beiträge des Musikvereins Orpheus Aschbach.
Ohne gute Kameradschaft und Zusammenarbeit kann auch eine Feuerwehr nicht bestehen. Dies sagten sich die Mitglieder des Löschbezirks Aschbach und beschlossen die Durchführung eines Zeltlagers. Es fand vom 16. bis 19.06.1983 statt. Die Resonanz war so gut, dass seither immer wieder Zeltlager organisiert wurden.
Auch steht seit 1983 die aktive Teilnahme am jährlichen Aschbacher Dorffest auf dem Programm.
Am 29.09.1984 fand in Aschbach wiederum die jährliche Abschlussübung der Löschbezirke der Stadt Lebach statt. Unter den kritischen Augen vieler Gäste und Zuschauer demonstrierten die Wehrmänner gekonntes Helfen am Nächsten getreu dem Motto: "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr".
Folgende Situation war vorgegeben: "Ein im Tiefflug über Aschbach fliegendes Kampfflugzeug hatte aus unbekannten Gründen mehrere Brandbomben verloren, die die Schule und die angrenzenden Wohnhäuser 'In der Hauschied' in Brand setzten."
Nach der Alarmierung rückten sämtliche Wehren der Stadt Lebach in erstaunlich kurzer Zeit zum Einsatzort an. Mit 17 Fahrzeugen und insgesamt 196 Wehrmännern, die von Einsatzleiter Otmar Klein eingewiesen wurden, sowie einer Einsatzgruppe des DRK Aschbach gingen sie in gekonnter Weise die gestellte Aufgabe an. Neben der "Brandbekämpfung der Schule und der Wohnhäuser sowie der Bergung eines Verletzten aus einem brennenden Auto" nahmen Einsatzgruppen mit schwerem Atemschutz die Bergung der verletzten Schulkinder vor, die dann sofort von Helfern des DRK fachgerecht versorgt wurden. Das Zusammenspiel der Wehren und des DRK war vorbildlich. Bürgermeister Jung zollte in seiner anschließenden Rede den Männern der einzelnen Löschbezirke sowie den Helfern des DRK Aschbach Dank und Anerkennung.
Die Aufgaben der Feuerwehr haben sich seit ihrer Gründung gewandelt. Der klassische Feind, das Feuer, ist bei den Einsätzen im Laufe der Zeit etwas in den Hintergrund getreten. Die technische Hilfe, Gefahrguttransporte und andere Hilfeleistungen stehen heute im Vordergrund des Einsatzgeschehens. Eine Einsatzübersicht des Löschbezirks Aschbach aus den Jahren 1981 bis 1986 besagt, dass von 53 Einsätzen 38 (= 71,7 %) auf technische Hilfe und andere Hilfeleistungen entfielen.
Das Jahr 1987 war für den Löschbezirk Aschbach wieder ein besonderes Jahr. Pünktlich zu seinem 60-jährigen Bestehen erhielt er das lang ersehnte neue Löschfahrzeug (LF8). Zu Beginn der Jubiläumsfeier am 23.05.1987 wurde das neue Löschfahrzeug auf dem Schulhof vorgestellt.
Da es Lieferschwierigkeiten gab, musste man sich vorerst mit einem Vorführwagen begnügen. Im Anschluss an die Übergabe begann ein Festabend unter Mitwirkung des Musikvereins Aschbach, des Gemischten Chores Aschbach sowie des Kirchenchores Aschbach.
Der Sonntag begann mit einem gemeinsamen Kirchgang, dem anschließenden Frühschoppen und dem Mittagessen. Am Nachmittag fand ein Freundschaftsspielen mehrerer Musikvereine und Spielsmannszüge statt. Um 20.00 Uhr begann ein "Dorfabend", gestaltet von Aschbacher Vereinen. Es wirkten mit: Turngruppe des TVA, Turngruppe des SVA, Theaterverein Aschbach und Feuerwehr Aschbach. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Musikverein Aschbach.
Siebenmal wurde die Wehr 1987 zu Einsätzen gerufen mit insgesamt 230 Arbeitsstunden.
Am 02.01.1988 konnte das nun endgültig für den LBZ Aschbach bestimmte Löschfahrzeug durch Herrn Pastor Wolter und Herrn Vikar Müller eingeweiht werden. Anwesend waren dabei Bürgermeister Jung, Kreisbrandinspekteur Hoffmann, Stadtwehrführer Buchholz sowie Ortsvorsteher Jochum.
Im Jahre 1990 musste die Wehr zu neun technischen Hilfeleistungen ausrücken, zu Bränden wurde sie zweimal gerufen.
Neben den normalen Übungen und sieben Einsätzen mit insgesamt 120 Arbeitsstunden standen 1992 noch an:
- 65 Jahre Löschbezirk Aschbach
- 20 Jahre Jugendwehr
- Säuberung der Theel
Die Feierlichkeiten zum 65- bzw. 20-jährigen Bestehen fanden vom 15. bis 17.05.1992 in der Mehrzweckhalle und auf dem Schulhof statt. Der Festabend in der Mehrzweckhalle am 16.05.1992 wurde von Aschbacher Vereinen mitgestaltet. Daneben zeigte noch eine Kunstradfahrergruppe aus Eppelborn ihr Können. Der Musikverein, der Gemischte Chor, die Tanzgarde des Frauen- und Müttervereins sowie die Montags- und Mittwochs-Turnerinnen sorgten für Unterhaltung.
Unter den Gästen befanden sich neben dem Schirmherrn Nikolaus Jung der Wehrführer der Stadt Lebach Egon Buchholz, der CDU-Kreisvorsitzende Kurt Schoenen sowie der Beauftragte für die Jugendfeuerwehren des Kreises Saarlouis Peter Kirsch.
Fünfmal musste die Wehr im Jahr 1993 zur "Bekämpfung" des Hochwassers ausrücken. Hierbei wurden insgesamt 524 Arbeitsstunden abgeleistet, hinzu kamen noch vier Brandeinsätze.
Im Jahre 1994 stand die Wahl des Löschbezirksführers an. Bei der durchgeführten geheimen Wahl unter Leitung von Bürgermeister Nikolaus Jung entschied sich die Mehrheit für den bisherigen Stellvertreter Otmar Klein. Im März 1994 erfolgte seine Ernennung zum neuen Löschbezirksführer.
1994 wurde ein Mehrzweck-Seilzug der Marke 'Greifzug' mit einer Tragfähigkeit von 1600 kg angeschafft. Mehrzweck-Seilzüge sind tragbare Geräte zum Heben, Ziehen und Spannen mit Hilfe des Drahtseiles.
Wie im Jahre 1993 war die Wehr im Jahre 1995 auch wieder zur Bekämpfung des Hochwassers im Einsatz. Dabei wurden 842 Stunden abgeleistet.
Am 02.09.1995 fand in Aschach die Jahreshauptübung der Feuerwehren der Stadt Lebach statt. Folgende Lage wurde angenommen: "Durch heftige Gewitter mit Blitz und Hagel sind mehrere Häuser auf dem Hirtenberg beschädigt worden. Es entstanden mehrere Brände, weiterhin ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person. Aus den Fahrzeugen läuft Benzin und Öl aus. Zwei Personen, die unter Schock leiden, müssen mit der Drehleiter gerettet werden. Der gesamte Einsatz ist durch den Löschbezirk Aschbach nicht allein zu bewältigen. Außerdem gibt es auf dem Hirtenberg einen zu geringen Wasserdruck. Deshalb wurde für die gesamte Stadt Lebach Sonderalarm ausgelöst."
Zur Wasserversorgung musste Wasser aus der Theel zum Hirtenberg gepumpt werden. Hierfür war die Verlegung von zwei Schlauchleitungen (385 m über die Treppe zum Hirtenberg und 610 m über die gesamte Waldstraße zum Hirtenberg) notwendig. Damit am Einsatzort noch ein genügender Wasserdruck vorhanden war, mussten pro Leitung noch zwei Pumpen zwischengeschaltet werden.
Die Versorgung und Betreuung der Verletzten wurde vom DRK Aschbach übernommen.
Bürgermeister Jung ließ es sich auch 1995 nicht nehmen, die jährlich stattfindende Jahreshauptübung genau zu beobachten.
Vier Einsätze aus den Jahren 1996, 1997 und 1998 werden den Wehrmännern des Löschbezirks Aschbach noch lange in Erinnerung bleiben. Bei diesen Einsätzen konnten sechs Personen nur noch tot geborgen werden.
Außer den Einsätzen in den Jahren 1996 bis 1998 wurden noch zwei Fahrten durchgeführt, und zwar vom 07. bis 09.06.1996 nach München mit Besichtigung der Flughafenfeuerwehr und vom 20. bis 23.08.1998 nach Hamburg mit dem Besuch der Dräger-Werke in Lübeck.
Beim Fest anlässlich des 70-jährigen bzw. 25-jährigen Bestehens im Jahre 1997 dankte Bürgermeister Jung den Aschbacher Wehrmännern im Namen der Stadt Lebach für ihren aufopferungsvollen und selbstlosen Einsatz in Notsituationen der vergangenen Jahre. Auch der Stadtwehrführer Dr. Martin Hell lobte den langjährigen Dienst seiner Feuerwehrkameraden getreu dem Motto "Gott zur Ehr, dem Nächten zur Wehr". Da bereits auch der Nachwuchs in der Aschbacher Jugendfeuerwehr "Feuer gefangen hätte", äußerte Dr. Hell keine Bedenken, dass auch in Zukunft Feuerwehrleute "für andere durchs Feuer gehen".
Das Jahr 1999 brachte in der Führung des Löschbezirks Aschbach eine Änderung. Der bisherige Löschbezirksführer Otmar Klein musste aus Altersgründen sein Amt mit Ablauf des Monats März niederlegen, da gemäß § 10 Abs. 3 Brandschutzgesetz die aktiven Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr nicht älter als 60 Jahre sein dürfen.
Zum neuen Löschbezirksführer wurde am 21.03.1999 der Wehrmann Armin Kirsch gewählt, der nun seit dem 01.04.1999 die Geschicke der Wehr leitet.
Im Jahre 1999 erhielt der Löschbezirk Aschbach für seine Atemschutzgeräteträger 19 Nomex-Jacken (feuerhemmend und wasserdicht). Es ist vorgesehen, im laufenden Jahr für jeden Feuerwehrmann eine solche Jacke anzuschaffen.
Im Jahre 2000 erhielt der Löschbezirk Aschbach sieben weitere Meldeempfänger, nachdem der Löschbezirksführer und sein Stellvertreter bereits seit Jahren im Besitz eines solchen "Piepsers" waren. Für kleinere Einsätze werden oft nicht alle Wehrmänner benötigt. Über die Meldeempfänger kann daher eine "stille" Alarmierung nur einiger Wehrmänner erfolgen.
Die Wehr hatte im Jahre 2000 neun Einsätze.
Auf die alte Tragkraft-Spritze (TS) war kein Verlass mehr. Nachdem vom Löschbezirk Aschbach immer wieder eine Neuanschaffung gefordert wurde, war es dann Ende 2001 endlich soweit. Von der Stadt Lebach wurde eine Tragkraft-Spritze (TS8/8) der Fa. Rosenbauer mit einem BMW-Industriemotor angeschafft.


Neben den Brandeinsätzen und den Einsätzen bei technischen Hilfeleistungen übernehmen die Wehrmänner bei den Veranstaltungen in der Mehrzweckhalle die vorgeschriebenen Brandwachen. Außerdem beteiligt sich die Wehr jedes Jahr an der Fronleichnamsprozession, am Martinsumzug sowie an der Totenehrung am Ehrenmal auf dem Friedhof.
Im Jahre 2002 kann der Löschbezirk Aschbach auf das 75-jährige Bestehen sowie auf das 30-jährige Bestehen seiner Jugendwehr zurückblicken. Die Festtage werden am 08. und 09.06.2002 begangen.
75 Jahre Feuerwehr Aschbach, das heißt 75 Jahre Bereitschaft, Leben zu retten, Eigentum zu schützen und zu bergen, in Not und Gefahr immer da zu sein. Auch heute noch wird der Dienst in der Feuerwehr zu Recht als Dienst in der Gemeinschaft verstanden. Er beinhaltet heute wie in den Gründerjahren, die Bereitschaft und den Opferwillen vor die eigenen Interessen zu stellen und dem Nächsten in der Not zu helfen.
Im Jubiläumsjahr hat der Löschbezirk 30 aktive Mitglieder, 13 Mitglieder in der Alterswehr und 10 Jugendwehrleute.
Im Jahre 2006 wurde der Fuhrpark des Löschbezirk Aschbach erneuert! Für den TLF auf Unimogfahrgestell wurde ein LF 10/10 auf einem Allradfahrgestell der Firma Iveco Magirus beschafft.

2007 kann die Feuerwehr des Löschbezirk Aschbach ihr 80 Jähriges bestehen und die Jugendfeuerwehr ihr 35 Jähriges bestehen Feiern.
Die Löschbezirksführer seit dem Gründungsjahr:
1927 – 1932 Ludwig
1932 – 1940 Peter Kirsch
1940 – 1942 Franz Nilles
1942 – 1948 Martin Paulus
1948 – 1952 Peter Altmeyer
1952 – 1958 Josef Mink
1958 – 1963 Edmund Bohlen
1963 – 1976 Peter Altmeyer
1976 – 1994 Günter Meyers
1994 – 1999 Otmar Klein
1999 - 2005 Armin Kirsch
seit 2005 Hubert Schön
Die Chronik darf nicht beendet werden, ohne einen kurzen Blick auf das Leben des Schutzpatrons der Feuerwehrleute, den hl. Florian, zu werfen.
Der Heilige, der zu den 14 Nothelfern zählt, wird hauptsächlich in Österreich, der Schweiz und in Süddeutschland gegen die Gefahren des Feuers angerufen. Der Schutzpatron wird auf Bildern dargestellt mit einem Wasserkübel in den Händen, den er auf brennende Häuser ausgießt. Der Legende nach soll er mit wenig Wasser einen größeren Brand gelöscht haben.
Wie aus der "Kleinen Heiligenlegende" von Pater Paulinus Schöning aus dem Jahre 1919 hervorgeht, war Florian Oberst bei der römischen Besatzung Österreich. Als im Jahre 304 die Christenverfolgung durch den Kaiser Diokletian ausbrach, eilte er nach Lorch an der Enns, um seinen Glaubensbrüdern beizustehen. Dort wurde er festgenommen und gemartert. Als er aber seinen Glauben immer wieder bestätigte, wurde er mit einem Mühlstein beschwert in den Enns-Fluss geworfen. Sein Leichnam ruht im Stift St. Florian bei Linz an der Donau.